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5Mai/160

Start-up Finanzierung: So funktioniert’s!

Der Weg in die Selbstständigkeit ist nicht immer leicht. Wichtige Punkte auf der To-do-Liste sind oft schon abgehakt, aber das Kästchen bei "Finanzierung" bleibt leer? Dann schaffen wir Euch jetzt Abhilfe. In einer dreiteiligen Beitragsserie zeigen wir Euch Möglichkeiten der Finanzierung, wie man die Investoren überzeugt und die Finanzierung richtig einsetzt.

Start-up Finanzierung

Seed Phase

Diese Phase wird auch als Anfangsphase oder Frühphase bezeichnet. Es gibt bereits ein fertiges Geschäftskonzept und einen Prototyp. Hier bietet sich zum Beispiel die Family & Friends-Finanzierung an. Das kann unter anderem ein Darlehen für Unternehmensanteile sein. Der Vorteil dabei ist, dass man das Geld schnell zur Verfügung stehen hat, flexibel zurück zahlen kann und eventuell keine Zinsen anfallen.

Lokale Förderer

Es gibt auch Startup- oder Business-Plan-Wettbewerbe. So kann man bereits erste Kontakte zu Investoren gewinnen und tolle Preise abstauben. Hier haben wir eine Liste von staatlich geförderten Wettbewerben. Auch örtliche Industrie- und Handelskammern sowie Wirtschaftsfördergesellschaften bieten Hilfe an. Dazu gehört zum Beispiel die Existenzgründerberatung, der Austausch mit Gleichgesinnten, Zugang zu Fördermitteln und auch die Förderer bieten eigene Wettbewerbe an.

Start-up-Paten

Start-up-Paten nennt man unter anderem Business Angels, das heißt Investoren, die zu Beginn bis zu eine Million Euro investieren. Sie stellen ihre Expertise und ein Netzwerk zur Seite. Die Beziehungen sind oft sehr persönlich. Der Investor agiert dabei als Mentor. Er öffnet Türen zu weiteren Investoren und bekommt in der Regel Unternehmensanteile. Solche Paten findet man zum Beispiel beim Business Angel Netzwerk Deutschland.

Accelerator

Acceleratoren greifen in der Frühphase unter die Arme und geben Hilfe bei der Konkretisierung und Umsetzung des Geschäftsmodells. Sie werden auch "Start-up Beschleuniger" genannt. Es gibt Accelerator Programme, die eine fünfstellige Anschubfinanzierung, mehrere Wochen/Monate Coaching, Büroräume und eine erste PR-Unterstützung geben. Dafür müssen die Start-ups Unternehmensanteile abtreten.

Inkubatoren

Inkubatoren helfen bei der Ausgestaltung des Geschäftsmodells. Sie bieten Mentoring, Infrastrukturen und Geld. Die Beziehung zwischen Gründer und Förderer ist hier enger als bei dem Accelerator Programm. Die Aufnahme erfolgt nach strengen inhaltlichen und formalen Kriterien. Die Gründer erhalten eine höhere Finanzierung von großen Konzernen, geben ihnen jedoch mehr Einflussmöglichkeiten ab. Die Angebote solltet Ihr deshalb vorab genau prüfen.

Bootstraping

Diese Form der Finanzierung benötigt viel Mut und Durchhaltevermögen. Die Gründer bauen ein Unternehmen ohne externes Kapital auf. Der Begriff kommt von der Redewendung: "To lift oneself by one's bootstraps". So werden sie gezwungen, in kleinen Schritten beharrlich zu arbeiten. Die Start-ups behalten die volle Kontrolle, es besteht aber kein exponentielles Wachstum.

Start-up Finanzierung mit Crowd

Bei dieser Art der Finanzierung kommt ein Schwarm an Unterstützern auf die Start-ups zu. Es gibt verschiedene Formen:

  • Crowdfunding

      Hier wird in ein konkretes Produkt beziehungsweise ein Projekt investiert. Jeder kann dabei Geldgeber sein. Für ihr Engagement erhalten die Unterstützer oft Zusatzmaterial oder Erwähnungen.

      • Crowdinvesting

          Hierbei investieren viele Unterstützer in ein Unternehmen beziehungsweise Start-up. Es werden kleine/mittlere Summen gegen Anteile gegeben. Das Geschäftsmodell wird vorher genau geprüft.

          • Crowdleding

              Das Konzept ist es, Kreditnehmer über das Netz mit Kreditnehmern zusammenzubringen.

              Kredite und Darlehen

              Dieser Weg kann oft nicht eingeschlagen werden, weil Start-ups über keine Sicherheiten für die Bank verfügen. Aber es gibt Optionen, zum Beispiel das Startgeld der KfW. Wenn ein Unternehmen weniger als drei Jahre am Markt ist, dann kann es eine zinsgünstige Finanzierung bis zu 100.000 Euro bekommen. Es gibt auch Bürgschaftsbüros, die Bürgschaften für eine Kreditaufnahme gewähren. Jedes Bundesland hat seine eigene Bürgschaft.

              Mikromezzaninkredite

              Die Kredite kommen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Sie werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds aus dem ERP Sondervermögen finanziert. Es entsteht eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital. Der Geldgeber ist stiller Gesellschafter ohne Stimmrechte und mischt sich operativ nicht ein. Es werden maximal 50.000 Euro ausgezahlt, ohne Sicherheiten anzugeben. Das Geld geht als Eigenkapital ein. Es sind maximal 10 Jahre Laufzeit bei 8 % Zinsen und 1,5 % Gewinnbeteiligung im Jahr. Beantragt werden kann das Ganze über die mittelständische Beteiligungsgesellschaft im jeweiligen Bundesland.

              Gründerfonds

              Bei Tech-Start-ups entstehen vor allem zu Beginn sehr hohe Kosten. Um diese zu tilgen, gibt es zum Beispiel den High-Tech-Gründerfonds. Der beinhaltet 500.000 Euro und kann bis zu zwei Millionen Euro aufgestockt werden. Start-ups erhalten Mentoring und Zugang zu Netzwerken der Fonds. Dafür müssen 15 % der Anteile abgegeben und ein Teil der Fördersumme zurückgezahlt werden.

              Serien-A-Finanzierung

              Die sogenannte Growth Phase beginnt, wenn das Produkt auf dem Markt ist und erste Gewinne abwirft. Zum Aufbau des Vertriebs, investieren Venture Capital-Firmen ab einer Million Euro. Dafür erhalten sie Unternehmensanteile, Mitspracherechte und Plätze im Aufsichtsrat. Weitere Finanzierungsrunden sind dann: B, C, D etc.

              Im Anschluss findet Ihr eine Infografik, die das Thema kurz umreißt. Im nächsten Beitrag möchten wir Euch Tipps geben, wie Ihr das erhaltene Kapital effizient einsetzen könnt.

              Start-up Finanzierungen

              Quelle: http://www.deutsche-startups.de/wp-content/uploads/2014/09/ds-how-funding-works-gross.jpg

              Euer Coworking Erfurt-Team

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